(25.02.2021) Die neuen Selbsttests, die in Deutschland demnächst auf den Markt kommen, geben Hoffnung auf ein Stück mehr Normalität. In Senioreneinrichtungen bleiben jedoch weiterhin die zuverlässigeren Schnelltests Pflicht. Die Durchführung bleibt aber zeitaufwändig und bindet Arbeitskräfte. Weil das Personal in den Senioreneinrichtungen damit zunächst vor einer großen Belastungsprobe stand, entschied sich die Geschäftsführung der St. Augustinus Gruppe zu einer unkonventionellen Lösung und fragte Mitarbeitende aus den eigenen Reihen an – mit einem überwältigenden Ergebnis: Rund 40 Kollegen aus der Verwaltung, aus Krankenhäusern und Psychiatrien halfen neben ihren eigentlichen Jobs aus. Ein starkes Zeichen für den großen Zusammenhalt in schweren Zeiten.

Inzwischen ist es für Besucher von Senioreneinrichtungen ein gewohntes Bild: Bevor es zu den Liebsten geht, wird erst einmal mit einem langen Stäbchen tief in der Nase und im Rachen ein Abstrich genommen. Erst, wenn das Test-Ergebnis negativ ist, darf die Einrichtung betreten werden. Eine wichtige Schutzmaßnahme gegen die Ausbreitung des Corona-Virus.

Was in der Theorie einfach klingt, stellt sich in der Praxis jedoch als eine große Herausforderung dar. „Die Durchführung von Schnelltests kostet Zeit“, weiß Evelyn Klasen, Geschäftsführerin der Seniorenhilfe. „Und die war gerade zum Jahreswechsel, als auch parallel die ersten Impfungen durchgeführt wurden, Mangelware.“ Um die vom Land gestellten Auflagen erfüllen und Bewohnern, Besuchern und Mitarbeitenden den größtmöglichen Schutz bieten zu können, musste eine schnelle Lösung her – und die lag nah: Die Geschäftsführung fragte Unterstützung bei den Mitarbeitenden der gesamten St. Augustinus Gruppe an. Nur einen Tag später meldete sich genug Personal, um hunderte Schnelltests durchführen zu können – unter anderem auch aus dem Krankenhaus Neuwerk.

Eine besondere Aufgabe dabei übernahm Ramona Opitz, Bereichsleiterin der Anästhesie im Johanna Etienne Krankenhaus. Sie koordinierte die komplette Projektleitung und Einsatzplanung für die Testzeiten. „Für mich war sofort klar, dass ich in dieser Situation helfen wollte“, sagt Opitz, „dafür nahm ich die zusätzliche Arbeit gerne in Kauf.“ Von der hohen Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen zeigt sie sich berührt: „Rund 40 Mitarbeitende haben bis vor Kurzem ausgeholfen, gemeldet haben sich noch viel mehr. Sie alle haben neben ihren eigentlichen Jobs, Kinderbetreuung und anderen privaten Verpflichtungen viel geleistet. Einige haben sogar weite Anfahrten in Kauf genommen, um zum Beispiel auch in Solingen aushelfen zu können“, berichtet die Koordinatorin.

Inzwischen unterstützen unter anderem Bundeswehrsoldaten die Schnelltest-Teams, sodass die rund 40 Kollegen wieder abgezogen werden konnten. Auch die Koordination wird wieder von den Senioreneinrichtungen selbst getragen.

Aus dieser besonderen Zeit nimmt Ramona Opitz viel mit: „Wir sind in Zeiten von Abstand halten zusammengerückt und waren in der Not füreinander da. Und das über alle Unternehmensbereiche hinweg. Das hat mich sehr in meiner Aufgabe bestärkt und gezeigt, was für ein starkes Team wir sind“, so Opitz.

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