Projekt des Hauses St. Martinus im Düsseldorfer Landtag ausgezeichnet

Begegnung der Generationen

(22.05.2026) Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen einander zuhören, Zeit miteinander verbringen und voneinander lernen. Das Projekt „Begegnung der Generationen“ des Pascal-Gymnasiums Grevenbroich und des Hauses St. Martinus, einer Senioreneinrichtung der St. Augustinus Gruppe, zeigt seit Jahren, wie das konkret aussehen kann. Dafür wurde die Kooperation vom Landespräventionsrat NRW und der Stüllenberg-Stiftung mit dem Förderpreis „Junge Menschen (machen das) zusammen“ ausgezeichnet.
 

Junge und alte Menschen machen das zusammen

Seit 2018 besuchen Schülerinnen und Schüler des Pascal-Gymnasiums regelmäßig die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses St. Martinus. Lehrerin Simone Lüderitz und Dirk Jansen vom Sozialen Dienst der Senioreneinrichtung initiierten die Kooperation und verankerten sie in Form einer AG fest im Alltag beider Einrichtungen. Die Jugendlichen und die Seniorinnen und Senioren kommen ins Gespräch, spielen, basteln, feiern gemeinsam Feste oder unternehmen Ausflüge. So entstehen Begegnungen, die weit über einzelne Termine hinausgehen.

Die Jury würdigte vor allem die Nachhaltigkeit des Projekts. „Die regelmäßigen Gespräche, gemeinsamen Aktionen, Projektwochen und Ausflüge bewirken sichtlich, dass Jung und Alt hier miteinander und nicht nebeneinanderher leben“, sagte Jurymitglied Prof. Dr. Daniela Pollich bei der Preisverleihung. Das Projekt zeige, wie gelebte Solidarität zwischen den Generationen funktionieren könne.
 

Freundschaft und Teilhabe über die Unterrichtszeit hinaus

Wie bereichernd die Begegnungen für beide Seiten sind, beschreibt Schüler Tim Schlafen: „Der Austausch ist immer eine Freude. Wir können von der Erfahrung der Seniorinnen und Senioren profitieren und die älteren Menschen interessieren sich dafür, wie junge Menschen heute leben und denken“, so der 18-Jährige. Er hat selbst mehrere Jahre an der AG teilgenommen und hält bis heute Kontakt zu Maria Wego, einer Bewohnerin des Hauses St. Martinus. Er besucht Maria Wego regelmäßig im Haus St. Martinus, geht mit ihr essen oder auch mal Schuhe kaufen.

Für Maria Wego ist die Preisverleihung im Landtag ein besonderes Abenteuer. Es ist aber insbesondere der respektvolle und herzliche Austausch mit den Jugendlichen, den sie zu schätzen weiß: „Keiner hier denkt: ‚Ach, die kriegt das gar nicht mehr mit.‘ Ich kriege das richtig mit. Ich bin begeistert“, betont die 86-Jährige.

Auch Maike Vetten vom Sozialen Dienst des Hauses St. Martinus sieht in den gewachsenen Beziehungen den größten Erfolg des Projekts. „Wir sind sehr dankbar, dass sich jedes Jahr neue Schülerinnen und Schüler finden, die auch über den Unterricht hinaus so viel Zeit investieren.“ Das Preisgeld in Höhe von 2 000 Euro soll in weitere gemeinsame Aktionen fließen. Denkbar sei etwa eine größere Fahrt, ähnlich wie der frühere gemeinsame Besuch des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam.