(16.07.2023) Seit 32 Jahren kommt Friseurin Petra Schuster zweimal im Monat ins  Augustinushaus, um den Bewohnerinnen und Bewohnern der Senioreneinrichtung die Haare zu schneiden – und seit 25 Jahren betreut sie dort außerdem ehrenamtlich einen Rommé-Club. Ein Engagement, das für die 84 Bewohnerinnen und Bewohner sehr wertvoll ist.

Die Kartenfächer sind gezückt, Getränke und ein schokoladiger Hauptpreis stehen bereit – aber für diesen Moment legen die vier Seniorinnen die Spielkarten erst noch einmal beiseite, um eine ganz besondere Person zu ehren. „Frau Schuster, Sie sind unserem Haus jetzt schon seit 32 Jahren treu, davon 25 Jahre im Ehrenamt, das ist schon etwas Herausragendes. Das kann man mit Worten gar nicht ausdrücken“, sagt Thomas Schindler, Einrichtungsleiter des Augustinushauses, als er Petra Schuster unter dem Applaus der vier Damen einen großen Blumenstrauß überreicht. In der Senioreneinrichtung sind nicht nur die Haarschnitte der Zonserin beliebt – auch der Rommé-Club ist ein Angebot, das die Senioren und vor allem Seniorinnen von Anfang an gut und gerne angenommen haben. „Ich kannte Rommé damals auch noch nicht und habe es erst von den damaligen Damen gelernt“, erinnert sich die 64-Jährige. „Das sind immer zwei schöne Stunden, wenn wir hier zusammen sind. Die größte Belohnung ist es, wenn jemand nach dem Spielen sagt: ‚Ach, was haben wir gelacht! Was hatten wir für einen schönen Nachmittag.‘ Für mich ist Ehrenamt Egoismus: Man bekommt viel mehr zurück, als man gibt.“

 

Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler werden immer gebraucht

Wie in den meisten Senioreneinrichtungen spielt das Ehrenamt auch im Augustinushaus eine wichtige Rolle – vor Beginn der Pandemie waren in der Dormagener Einrichtung rund 50 Ehrenamtliche engagiert, die unter anderem die Cafeteria, die Pforte oder verschiedene Freizeitangebote betreuten. Infolge der zwischenzeitlichen Kontaktbeschränkungen hat sich die Zahl dieser wertvollen Helfer jedoch mehr als halbiert. Ehrenamtliche Mitarbeitende ermöglichen es der Einrichtung, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern über die professionelle pflegerische Versorgung hinaus Lebensqualität zu bieten, wie Birgit Linz-Radermacher erklärt. Die Leiterin des Sozialen Dienstes im Augustinushaus freut sich immer über neue Unterstützerinnen und Unterstützer, die bereit sind, Seniorinnen und Senioren Zeit zu schenken, zuzuhören und die vor allen Dingen Humor mitbringen. „Ehrenamtliche sind so wichtig, denn sie bringen Geschichten aus dem alltäglichen Leben mit ins Haus. Damit leisten sie einen bedeutenden Beitrag dazu, dass die Bewohnerinnen und Bewohner sich hier wirklich zu Hause fühlen können – dass sie ihren Alltag mit all den Geschichten drumherum leben und auch ihre Hobbys pflegen können, sei es Karten spielen, spazieren gehen oder auch mal etwas Handwerkliches“, so Linz-Radermacher. „Ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr, vielleicht auch jüngere Unterstützer, engagieren möchten. So bleiben wir nicht in unserer Blase stecken, sondern können auch mit neuen Ideen für unsere Bewohnerinnen und Bewohner da sein.“

Interessierte sind herzlich eingeladen, sich bei Birgit Linz-Radermacher zu melden.

Birgit Linz-Radermacher

Ansprechpartnerin Sozialer Dienst und Koordination

Augustinushaus

02133 2810 14412
b.linz-radermacher@ak-neuss.de