Schule damals und heute

Strenge Lehrer, Tintenfässchen und kleine Streiche
Beate Kaiser und Raimund Monschang sitzen im Garten des Hauses Maria Hilf und erzählen von ihrer Schulzeit.

(07.09.2026) Kürzlich begann für die Schulkinder in Nordrhein-Westfalen das neue Schuljahr – für einige von ihnen zum allerersten Mal. Für Raimund Monschang und seine Lebenspartnerin Beate Kaiser ist der erste Schultag dagegen schon einige Jahrzehnte her. Rund 70 Jahre, um genau zu sein. Und auch wenn sich seitdem in den Klassenzimmern einiges verändert hat, eines dürfte gleich geblieben sein: Die Aufregung am ersten Schultag – und der eine oder andere kleine Streich.

Raimund Monschang aus dem Betreuten Wohnen des Hauses Maria Hilf, einer Senioreneinrichtung der St. Augustinus Gruppe, wurde 1960 eingeschult. An seine Schultüte erinnert er sich heute nur noch ungefähr. „Süßigkeiten, vielleicht ein Spielzeugauto und ein Malkasten – das ist ja auch schon so lange her“, sagt er schmunzelnd. Dafür weiß er noch genau, wie schön es war, dass einige Nachbarskinder ebenfalls mit ihm in die Klasse kamen.

Die Schule selbst sah damals allerdings noch etwas anders aus als heute. Auf seine katholische Volksschule in Viersen gingen ausschließlich Jungen. Mädchen und Jungen wurden zu dieser Zeit häufig getrennt unterrichtet.
 

Erst Tafel zu klein, dann Brille zu groß

Schon in den ersten Schultagen stellte sich bei Raimund allerdings ein kleines Problem heraus: Die Tafel war für ihn offenbar ziemlich weit weg. „Da hat man mich nach vorne gesetzt – aber das reichte immer noch nicht.“

Die Lösung war schnell gefunden: „Der Jung braucht eine Brille!“

Mit der neuen Sehhilfe eröffnete sich ihm eine ganz neue Welt. Plötzlich konnte er nicht nur lesen, was an der Tafel stand, sondern sogar die Uhrzeit am Kirchturm erkennen. Für die Kinder von Heute mit Smartphone, Smartwatch und digitalen Tafeln klingt das vermutlich ein bisschen wie eine Superkraft.
 

Tintenfässchen statt Tablet

Auch im Klassenzimmer hat sich seitdem einiges getan. Wo heute Tablets, Whiteboards und digitale Lernprogramme zu finden sind, standen damals Tintenfässchen auf den Tischen.

Und die konnten offenbar nicht nur zum Schreiben verwendet werden.

Seine heutige Lebenspartnerin Beate Kaiser hatte schon in der ersten Klasse ihren ganz eigenen Umgang mit dem Unterrichtsmaterial: Vor ihr saß ein Mädchen mit zwei langen Zöpfen, die es immer wieder schwungvoll nach hinten über die Schultern warf. „Das ging mir so auf die Nerven, da habe ich einen ihrer Zöpfe genommen und einfach in die Tinte getaucht“, erzählt die heute 76-Jährige lachend.

Das Ergebnis war nachhaltig – zumindest für die Frisur.
 

Was sich verändert hat – und was geblieben ist

Wenn Raimund Monschang und Beate Kaiser von ihrer Schulzeit erzählen, wird schnell deutlich, wie sehr sich der Schulalltag verändert hat. Jungen und Mädchen lernen heute meist gemeinsam und Tintenfässer sind längst verschwunden.

Geblieben sind die Erinnerungen an Klassenkameraden, gemeinsame Ausflüge und Lieblingsfächer. 

Auch wenn sich Tafeln, Schulranzen und Unterrichtsmethoden verändert haben, dürfte eines damals wie heute ziemlich ähnlich sein – am ersten Schultag ist man aufgeregt, freut sich auf die neuen Klassenkameraden und weiß manchmal noch nicht so recht, was einen erwartet.

Und für den einen oder anderen kleinen Streich findet sich vermutlich auch heute noch eine Gelegenheit.